Franz Wertheim 1872
Johann Baptist Weiss 1873

Wilhelm Franz Exner brachte es auf den Punkt: 1874 zählten die Fabriken Wertheim und vor allem Weiss & Sohn zu den größten Werkzeugherstellern Europas. Und möglich war das vor allem durch die Konkurrenz zweier großer Persönlichkeiten: Franz Freiherr von Wertheim und Johann Baptist Weiss.

Holzhandwerker fertigten ihr Werkzeug jahrhundertelang selbst, zumindest was die hölzernen Bestandteile betraf, Eisen- und Stahlteile steuerte der örtliche Schmied bei. Geregelt (und auch verursacht) wurde diese kleinteilige Struktur von den Zünften. Die ersten Spezialisierungen auf die Herstellung von Tischlerwerkzeug sind im 17. Jahrhundert in Holland und England dokumentiert. Im 18. Jahrhundert begann dann ausgehend von England die Epoche der Industrialisierung.

In Österreich war es Franz Gruber, der 1809 als erster in der Monarchie in einem Adressbuch als Tischler-Werkzeugmacher erwähnt wurde, er war auch der Erste, der mit der industriellen Fertigung von Tischlerwerkzeug begann. Mit seinem Namen sind die späteren großen Fabrikanten eng verknüpft: Johann Weiß sen. lernte die Werkzeugmacherei bei Franz Gruber in Wien, der aus Krems stammende Franz Wertheim übernahm nach dem Tod von Franz' Sohn Anton dessen Fabriken in Wien und Scheibbs. Wertheim und Johann B. Weiss formten dann ab den 1840er Jahren aus der Werkzeugmacherei eine Industrie.

Der dritte große Name unter den Fabrikanten in Österreich ist Josef Herrmann. Auch er stand in direkter Beziehung zu Gruber: Er war jahrelang Werkmeister in Grubers Fabrik, bevor er seine eigene Fabrik gründete. Der großartige Erfolg der Hobel der Firma Weiss & Sohn beruht zu einem guten Teil auf den Hobeleisen des Josef Herrmann, die seine Fabrik 70 Jahre lang für Weiss herstellte.

Neben den großen Zwei gab es in der Österreichischen Monarchie natürlich einige kleinere Hersteller von Hobeln und Tischlerwerkzeug wie zum Beispiel Christian Weiland, Daniel Ammon und Johann Jiroschek in Wien. Oder Ottokar Skrivan und Johann Horak in Prag, Jakob Weisz in Ungarn. Und einige mehr. Manche von ihnen hatten größeren Erfolg, von anderen dagegen blieben nur Namen in Adressbüchern oder Zeitungsmeldungen, manchmal gar nur einzelne Werkzeuge übrig.

 

Auch ihre Geschichten werden hier erzählt werden.

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